Büro Für Angewandte Poesie


Poesie im Büro, Wortkunst im Alltag

Poesie? Büro? Angewandt? Was ist das denn!

Jeder Mensch hat dann und wann den "poetischen Blick". Das Büro für angewandte Poesie will dazu ermuntern, die Poesie-Brille auch im Alltag auf der Nase zu behalten.

Das Büro für angewandte Poesie kümmert sich professionell und mit Leidenschaft um Sprach-Sachen. Dazu gehören:

- Seminare zu Sprachgeschichte und Sprachspielen, kreativem Schreiben, Stilkunde, kundenorientiertem Schreiben, Pressearbeit ...
- journalistische Artikel,
- Schreib-Beratungen und -Begleitungen,
- Spiele, literarische Texte

... und

wir mischen uns ein in die Sprachpolitik. Wir diskutieren mit, am liebsten in der Öffentlichkeit.

Frühlingsgruß

Mein Lieblings-Frühlingsgedicht ist von Erich Kästner und heißt:

Der Mai

Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend über Land.

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.

Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai.

Melancholie und Freude sind wohl Schwestern,
und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus heute gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu und ruft: Ich komm ja wieder!
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.

(Seufz!)

Poesiedebatte


Poesie ist der besondere Blick. Erst die Perspektive, die Darstellung machen das Alltägliche besonders. Vielleicht auch nur das Wissen um die Einzigartigkeit des Erfahrenen. Jeder Einkaufszettel hat poetisches Potenzial, jeder Lustschrei, der im Hinterhof erschallt, und Graffiti sowieso.


Niemand fällt aus dem Bett und ist – hoppla – ein Künstler. Aber jeder Mensch hat das Zeug dazu, in seinem oder ihrem ganz speziellen Metier. Wir alle haben eine poetische Brille mitbekommen. Es liegt an uns, wie oft wir sie aufsetzen und tragen oder ob wir sie in einer Schublade verstauben lassen.


Damit aus dem besonderen Blick ein Kunstwerk entsteht, braucht es: Handwerk. Abstand. Sorgfalt. Demut. Ehrlichkeit. Und Talent.


Der richtige Abstand ist Voraussetzung literarischen Schreibens und gleichzeitig lässt er sich oft nur schreibend ertasten. Zu nah ist bestenfalls Tagebuch. Zu weit weg wird bestenfalls ironisch. Bei beiden ist mir zu wenig oder zu viel – Seele? Ich mag keine distanzierten Texte, keine wohl formulierte und spitz geschliffene Häme, die sich am anderen wie an einem Spiegelbild abarbeitet.

Habe ich die Liebe schon erwähnt? Poesie braucht Liebe.


Übrigens: Wo steckt denn Ihre poetische Brille? Auf der Nase? Ah, sehr gut!

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ist abgelaufen

... sorry!